20.10.2022 | Kategorie : spectrum

Cam-out-Effekt

Wie er entsteht und was er anrichten kann


Vom „Cam-out-Effekt“ hat vermutlich jeder schon einmal gehört, der sich professionell mit Schraubwerkzeugen befasst. Doch jeder Hobbyhandwerker kennt ihn, wenn auch nicht unter diesem Namen. Schließlich ist der Cam-out-Effekt beim Arbeiten mit Kreuzschlitzschrauben die Hauptursache für versehentliches Abrutschen des Werkzeugs.

Doch wie entsteht der Cam-out-Effekt? Und warum begünstigt er Abrutschen?

Die unerwünschte Kraft

Um das zu verstehen, braucht es ein bisschen Physik: Das Kreuzschlitzprofil ist konisch geformt – es verjüngt sich nach unten. Beim Drehen des Schraubendrehers oder Bits wird ein Teil der Energie, die der Anwender aufwendet, deshalb nicht in den Drehimpuls der Schraube umgewandelt. Stattdessen erzeugt sie eine unerwünschte Kraft entlang der Achse. Diese „axiale“ Kraft treibt das Werkzeug aus dem Schraubenkopf heraus. Ein Vorgang, der als Cam-Out-Effekt bezeichnet wird.

Die Folgen können gravierend sein. Häufig – insbesondere bei Verwendung angetriebener Werkzeuge – wird der Schraubenkopf „rund gedreht“ und somit praktisch unbrauchbar. Ebenso denkbar ist eine Beschädigung der möglicherweise hochwertigen Oberflächen rund um die Schraube. Selbst ein Verletzungsrisiko ist nicht von der Hand zu weisen.

Auf andere Antriebe umsteigen

Doch es gibt eine einfache Lösung: Anwender können auf Schraubenprofile zurückgreifen, bei denen die Flanken der Profile paralleler verlaufen. Der TORX®-Antrieb etwa verfügt über parallel geführte Profilflanken und bietet deutlich besseren Halt als die meisten anderen Antriebe. Die Kraft wird flächig und mittig übertragen, was den Verschleiß niedrig hält und den Schraubenkopf schützt.

Ergo: Wer auf Nummer Sicher gehen will, sagt der Kreuzschlitzschraube lieber „goodbye“.